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Im Jahr 2007 wurden dort mehr als 350.000 Fluggäste abgefertigt. Gemessen an den Passagierzahlen lag der Flughafen 2007 damit an 22. Stelle in Deutschland. Der Flughafenbetrieb endete mit dem 30. Oktober 2008.
Der Flughafen Tempelhof liegt im südlichen Innenstadtbereich Berlins innerhalb des S-Bahn-Ringes. Er liegt vier Kilometer südlich des Berliner Stadtkerns auf 51 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Das Flughafengebäude und der größte Teil des Flugfeldes befinden sich im Ortsteil Tempelhof des Berliner Bezirks Tempelhof-Schöneberg, das Flugfeld erstreckt sich bis auf den Ortsteil Neukölln des gleichnamigen Bezirks.
Auf der Straße ist der Flughafen Berlin-Tempelhof über die Autobahnabfahrt 20 der Bundesautobahn 100 sowie den Abschnitt Tempelhofer Damm der Bundesstraße 96 zu erreichen. Ebenfalls zum Flughafen führen der Mehring- und Columbiadamm sowie die Dudenstraße. Alle Straßen enden am Platz der Luftbrücke, wo sich der Haupteingang des Flughafens Berlin-Tempelhof befindet. An die öffentlichen Verkehrsmittel Berlins ist der Flughafen durch die U-Bahnlinie 6 mit dem U-Bahnhof Platz der Luftbrücke angebunden, durch die der Bahn-Regionalbahnhof Bahnhof Berlin Friedrichstraße erreicht werden kann; ebenfalls am Flughafen bzw. am U-Bahnhof halten die Buslinien 104 und 248.
Die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat am 5. März 2008 als Folgenutzungskonzept für das Flughafengelände das städtebauliche Projekt Tempelhofer Freiheit vorgestellt. Darin vorgesehen ist die Einrichtung eines Tempelhof Forum THF für Kultur-, Medien- und Kreativwirtschaft im ehemaligen Flughafengebäude, sowie am Rand des Flugfeldes neue Wohnanlagen mit den Stadtquartieren Tempelhof und Neukölln und dem Columbiaquartier. Dazwischen soll die unbebaute Grünfläche als Parklandschaft erschlossen werden. Nach dem gescheiterten Volksentscheid zur Rücknahme des Schließungsbeschlusses des Berliner Senats kündigte das Filmstudio Babelsberg an, im Tempelhofer Flughafengebäude in mehrere Filmateliers sowie Europas größten Requisiten- und Kostümfundus zu investieren.
Der Flughafen Berlin-Tempelhof erstreckt sich auf eine Fläche von vier Millionen Quadratmetern, wovon das Vorfeld 486.000 m² einnimmt; auf diesem befinden sich 60 Flugzeugabstellpositionen, wovon 40 der Allgemeinen Luftfahrt zustehen. Zur Wartung stehen sieben Hangars zur Verfügung, deren Bruttogrundfläche insgesamt 52.250 Quadratmeter beträgt. 19.200 Quadratmeter davon sind die offenen Abfertigungsflächen A1 und A2. Der Flughafen verfügt über zwei Start- und Landebahnen, deren Oberfläche jeweils aus Asphalt besteht. 09R/27L ist 1840 Meter lang und 42,5 Meter breit; sie ist in beiden Richtungen für das Instrumentenlandesystem in der Kategorie I zugelassen. 09L/27R ist 2094 Meter lang und ebenfalls 42,5 Meter breit; sie kann nur bei Sichtflugbedingungen benutzt werden.
Mit dem Neubau des Flughafens Tempelhof ab 1934 durch den Architekten Ernst Sagebiel wurden erstmals alle Anforderungen eines modernen Großflughafens in einer architektonischen Gesamtform mit getrennten Funktionsebenen für Ankunft, Abflug, Post- und Frachtverkehr organisiert. Die in der Gebäudeanlage verwirklichte funktionale Komplexität (Ebenentrennung sowie zahlreiche – erst heute allgemein übliche – Sekundärfunktionen wie Hotels, Kongresszentrum, Großrestaurants, Lufthansa-Verwaltungen) war zum Zeitpunkt der Entstehung als Flughafen einzigartig und ist in zahlreichen Bestandteilen Vorbild für moderne Flughafenanlagen geworden. Der englische Architekt Sir Norman Foster bezeichnete den Flughafen daher im Jahr 2004 als die Mutter der modernen Flughäfen. Die Flughafenanlage wurde für die Auszeichnung als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland vorgeschlagen.
Der Flughafen teilt sich in die mehr als 1200 m lange Flughalle mit Hangar und die Empfangs- und Verwaltungsgebäude. Das Empfangsgebäude befindet sich axial dem Hallenbogen angeschlossen, umschließt einen Vorplatz dreiseitig und schafft einen Übergang zu dem dahinter liegenden heutigen Platz der Luftbrücke. Dieser Platz war als Rundplatz konzipiert und sollte einen Durchmesser von 250 m haben. Die am Platz liegenden viergeschossigen Bauten sollten einen Dreiviertelkreis um den Platz legen und Dienste wie Luftpostamt und Frachthof aufnehmen. Die vorgesehene Bebauung ist allerdings nur auf der Ostseite des Platzes verwirklicht. Die Außengebäude sind, ähnlich wie viele andere Bauten aus der Zeit des Nationalsozialismus, mit Natursteinplatten aus Muschelkalk verkleidet. Die Gesamtanlage steht unter Denkmalschutz. Seit Dezember 2007 liegt dem UNESCO-Welterbe-Komitee ein Antrag auf Ernennung zum Weltkulturerbe vor.
Vom freien letzten Viertel des Rundplatzes, das sich gegenüber dem Empfangsgebäude geöffnet hätte, sollte eine Wasserkaskade bis zum naheliegenden Kreuzberg reichen.
Diese Wassertreppe wurde allerdings nicht verwirklicht. Die damit durch die Haupthalle verlaufende Achse der Flughafen-Anlage ist in ihrer Richtung auf das Kreuzbergdenkmal von Karl Friedrich Schinkel orientiert. Der Flughafen sollte, den Wünschen Adolf Hitlers entsprechend, seine monumentale Wirkung östlich der geplanten Nord-Süd-Achse entfalten.
Die Anlage des Flugfeldes entsprach den zum Planungszeitpunkt gültigen Bedingungen, indem sie für den Betrieb kleiner Flugzeuge als Rasenfläche mit vier betonierten Start-Taschen ausgelegt wurde. Hierdurch war ein Starten und Landen der noch relativ leichten Fluggeräte exakt gegen den Wind möglich. Die Gesamtform als Oval erfüllte neben der idealen windrichtungsneutralen Form zugleich die Anforderungen als Luftstadion für die von Göring vorgesehenen Flugschauen.
Die Passagierhalle teilt das Gebäude in zwei Hälften und ist hundert Meter lang und fünfzig Meter breit. Daran schließen sich unmittelbar zu beiden Seiten die Hangars an. Diese – alle Funktionen eines Flughafens integrierende Anordnung – die heute wegen der damit verbundenen geringeren Flexibilität unüblich ist, war wesentlicher Konzeptbestandteil mit dem Ziel, Zusammenhang und Größe zu demonstrieren.
Eine technische Meisterleistung ist die über 40 Meter weit auskragende stählerne Dachkonstruktion entlang des Flugsteigs. Flugzeuge bis zu einer Höhe von fast 12 Meter können unter das Dach des Flugsteigs rollen, um dort abgefertigt zu werden. Das Flughallendach war ursprünglich auch als Tribünenbereich für mehr als 100.000 Zuschauer gedacht, z. B. bei Flugschauen zu den Reichsflugtagen. Die Stadtseite der gebogenen Hangar- und Hallenanlage wird durch die sich in gleichen Abständen befindenden Treppentürme zur Erschließung der von Hermann Göring auf dem Dach vorgesehenen Zuschauer-Tribünen gegliedert. Diese seit der Bauzeit im Rohzustand belassenen und für die Öffentlichkeit nie genutzten, unzugänglichen Treppenhäuser bestimmen die dominante Erscheinungsweise des Gebäudes; allein hierdurch wird der Zeitbezug zur Architektur des Nationalsozialismus deutlich.
Die Flughafengesellschaft bietet Führungen an, bei denen die ansonsten nicht zugänglichen Bereiche besichtigt werden können.
Der Flughafen Berlin-Tempelhof hat außerdem umfangreiche unterirdische Anlagen, die drei Stockwerke in die Tiefe reichen. Mit der Aufgabe des Ausbaus 1942 wurden diese sowie auch einige oberirdische Elemente nicht weitergebaut. Unterirdisch wurden beispielsweise Fertigungsanlagen für Flugzeuge (im Zweiten Weltkrieg), Filmarchive, Kraftwerke und die spätere Kommandozentrale der US-Army untergebracht. Dabei wird die Größe des „Tunnellabyrinths“ legendenhaft überschätzt. Die von Fotos her bekannte Endmontage von Jagdflugzeugen fand erst 1945 an der Endstation des Eisenbahntunnels am Hauptgebäude statt, und zwar in einer Halle, die zu einem tief gelegenen Innenhof hin offen ist. Im Zweiten Weltkrieg wurden die unterirdischen Räume auch für die Bevölkerung unverzichtbar als Luftschutzbunker genutzt, wobei Überreste von „Wandmalereien“ nach Motiven von Wilhelm Busch erhalten geblieben sind.
Eine weitere Besonderheit ist eine in die unterirdische Ebene hinein verlaufende Straße zur Versorgung des Flughafens und Anlieferung von Gütern sowie ein Eisenbahntunnel. Der Tunnel wurde über einen Gleisanschluss, der im Westen und Süden am Flughafenrand verlief, an den Güterbahnhof Hermannstraße, an dem auch die Neukölln-Mittenwalder Eisenbahn beginnt, an das Eisenbahnnetz der Reichsbahn angebunden.
Der Zugang zum Filmbunker, einem verborgenen, mehrgeschossigen und unterirdischen Archiv für Filmmaterialien, wurde 1945 von sowjetischen Truppen gewaltsam geöffnet. Durch die Sprengung, die offensichtlich in Unkenntnis der Brandgefahr geschah, entzündeten sich die gelagerten Zelluloid-Filme und der gesamte Inhalt des Filmbunkers wurde vernichtet. Noch heute sind die Folgen des – auf über 1200 °C geschätzten – mehrtägigen Feuers in diesen unterirdischen Räumen sichtbar.
Der markante und über 71 Meter hohe Radarturm im Osten des Flughafens wurde 1982 so konstruiert und errichtet, dass sich die durch den Wind verursachten Bewegungen kaum auf die Schärfe des Radarbildes auswirken. Es wurde bewusst eine dem monumentalen Baustil des Flughafens entgegengesetzte filigrane und moderne Bauform gewählt.
Über die Geschichte und Architektur des Flughafens Berlin-Tempelhofs wurde unter anderem auch eine detaillierte Dokumentation für das ARD-Fernsehen gedreht (Geheimnisvolle Orte 2/7: Die Katakomben von Tempelhof).
In den folgenden Filmen diente der Flughafen als Kulisse:
Der Flughafen war ebenfalls Kulisse in mehreren Folgen der Sat.1-Telenovela Schmetterlinge im Bauch und der ARD-Vorabendserie Berlin, Berlin.
In einigen Filmen, in denen der Flughafen auftaucht, handelt es sich jedoch nur um eine Studiokulisse oder einen anderen Flughafen, der als Kulisse dient. Bekannte Filme aus dieser Kategorie sind beispielsweise Indiana Jones und der letzte Kreuzzug von Steven Spielberg oder The Good German – In den Ruinen von Berlin von Steven Soderbergh.












































