Selinunt (Σελινοΰς, ital. Selinunte) ist eine archäologische Fundstätte in der süditalienischen Provinz Trapani auf Sizilien. Die Fundstätte befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinde Castelvetrano ca. 2 km vom Mittelmeer entfernt.
Die ausgedehnte Fundstätte besteht aus den Überresten der alten griechischen Stadt Selinus, die in der Antike zu den wichtigsten Poleis Siziliens zählte. Davon zeugen u. a. die zahlreichen Tempel, die zu den bedeutendsten griechischen Tempeln Siziliens zählen. In den vergangenen Jahrzehnten wurden große Teile der antiken Stadt freigelegt.
Archäologie und Stadtplanung
Die Stadt wurde von den Griechen regelmäßig angelegt. Davon zeugen die genormten Straßenbreiten von 9 m, 6,5 m und 3,5 m. Jeder Hausblock war genau 100 Fuß breit. Die Rinnsteine waren im rechten Winkel verlegt und die bislang erste Wendeltreppe der Geschichte wurde in einem der Häuser gefunden.
Sämtliche Gebäude und Tempel Selinunts sind bereits vor Jahrhunderten aufgrund von Erdbeben eingestürzt. Einer von ihnen wurde 1956 wieder aufgebaut, die Rekonstruktion ist allerdings sehr umstritten. Seit Jahren führt das DAI umfangreiche Ausgrabungen auf dem Gelände der antiken Stadt durch.
Die Tempel Selinunts zeichnen sich durch einen gestreckten Grundriss, einen geschlossenen hinteren Cellaraum (Adyton), die Betonung der Front durch Verdoppelung der Säulenreihen, Weiterung der Abstände und eine vorgelegte Freitreppe aus und zeigen eine Tendenz zu räumlicher Weite. Dieses fällt aber nicht unter den Begriff Hypäthraltempel.
Akropolis
Die Akropolis weist vier Tempel auf, dazu gut erhaltene Terrassierungen und Befestigungen aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Einer der Tempel ist der Tempel C (6 mal 17 Säulen) aus der Mitte des 6. Jahrhunderts v. Chr., der teilweise restauriert wurde, ein weiterer ist der jüngere Tempel B. Hier finden sich auch die Überreste punischer Wohnhäuser, die auf Fundamenten griechischer Bebauung errichtet wurden.
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