Taxila erlebte seine Blütezeit vom fünften vorchristlichen bis zum fünften Jahrhundert unserer Zeit. Am Schnittpunkt dreier wichtiger Handelsstraßen gelegen, war der Ort von erheblicher wirtschaftlicher und strategischer Bedeutung. Die Überreste der Stadt, ein reichhaltiger Fundort für archäologische Forschungen, liegen etwa 35 km nordwestlich von Islamabad in der pakistanischen Provinz Punjab nahe der Grenze zur Nordwestprovinz und an der sogenannten Grand Trunk Road. Seit 1980 werden die archäologischen Stätten des früheren Taxila von der UNESCO als Weltkulturerbe gelistet.
Das Ruinenfeld von Taxila besteht eigentlich aus drei oder sogar vier Stadtanlagen. Im Westen liegt die älteste Stadt (heute als
Bhir Mound bezeichnet). In ihr ist bisher nur wenig gegraben worden, doch zeigen die untersuchten Reste, dass es sich um eine ungeplante Stadtanlage mit kleinen Häusern und engen Gassen handelte. Hier residierte Ashoka als Statthalter.
In griechischer Zeit, vielleicht unter seleukidischer oder baktrischer Herrschaft wurde westlich davon eine zweite Stadt (Sirkap) errichtet. Sie zeigt einen regelmäßigen, schachbrettartigen Stadtplan, wie er typisch für hellenistische Städte ist. In der Mitte der Stadt befindet sich die breite Hauptstraße, von der kleinere Seitenstraßen abgingen. An der Hauptstraße befanden sich Läden, meist aus nur einem Raum bestehend. Dahinter lagen die größeren Wohnbauten. Es fanden sich Stupas, Tempel und ein Palast. Der Palast ist nicht sehr groß und zeichnet sich durch die Kleinteiligekit der Räume aus. Im Plan steht er Palastbauten aus Mesopotamien nahe. Im fünften Block findet sich die
Pagode mit dem doppelköpfigen Adler. Ihre Basis ist durch Nischen dekoriert, die durch Säulen begrenzt werden. Dazwischen finden sich kleinere Portale, die von Tieren gekrönt werden, darunter eben auch ein doppelköpfigen Adler. Neben dieser Pagode stand ein größeres Haus, in dem eventuell Besucher oder Mönche untergebracht waren. Hier fand sich eine aramäische Inschrift, die Asoka erwähnt, aber wahrscheinlich älter als die Pagode ist. Im siebenten Häuserblock und ihn ganz einnehmend stand der sogenannte
Apsis-Tempel.
Die Stadt der Kushana (Sirsukh) ist nordwestlich errichtet worden. Sie ist bisher kaum erforscht. Ca. 1,5 km davon entfernt befindet sich schließlich eine etwa zeitgleiche Stadtanlage. Diese einzelnen Städte, oder Stadtteile scheinen meist auch gleichzeitig, und nicht nur nacheinander, bewohnt gewesen zu sein. Zwischen diesen ummauerten Stadtanlagen standen verschiedene Tempel und Klöster.
Archäologie
Wiederentdeckt wurden die Ruinen von Taxila Mitte des 19. Jahrhunderts von dem britischen Archäologen Alexander Cunningham. Sein Landsmann Sir John Marshall nahm ab 1913 über einen Zeitraum von zwanzig Jahren erste detaillierte Ausgrabungen vor.
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Taxila aus der freien Enzyklopädie
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