Die SPGS gibt ihre Größe mit 67 Hektar an (andere Quellen nennen andere Zahlen). Die Pfaueninsel ist eng verbunden mit wichtigen Ereignissen und Personen der brandenburgisch-preußischen Geschichte.
Die Insel ist Teil des wald- und wasserreichen Ortsteils Wannsee im Südwesten Berlins. Die Entfernung zur Stadtmitte Berlins beträgt ca. 22 Kilometer (Luftlinie), die Entfernung zur Stadtmitte Potsdams rund fünf Kilometer. Seit 1924 ist die Pfaueninsel als Naturschutzgebiet ausgewiesen, obwohl es sich nicht um ein natürliches Schutzgebiet im üblichen Wortsinn handelt, sondern um eine komplexe, historisch vielschichtige Kulturlandschaft. Daher müssen die zum Teil unterschiedlichen Belange von Naturschutz und Denkmalpflege sorgfältig aufeinander abgestimmt werden.
Die Pfaueninsel im Film
Auf der Pfaueninsel entstanden in den 1960er-Jahren Außenaufnahmen für mehrere Edgar-Wallace-Filme. Hierzu gehören
Die Tür mit den sieben Schlössern (1961),
Neues vom Hexer (1965),
Der Mönch mit der Peitsche (1967),
Der Hund von Blackwood Castle (1967/1968),
Im Banne des Unheimlichen (1968) und
Der Gorilla von Soho (1968). Neben dem Englischen Landschaftspark diente hierbei häufig das Kavaliershaus als Kulisse für Außenaufnahmen, da dessen Architektur an englische Landhäuser erinnert.
Das Naturschutzgebiet Pfaueninsel
Die Pfaueninsel bestand ursprünglich aus zwei Teilen: einer größeren Südinsel und einer kleineren Nordinsel. Die östlich der heutigen Bucht
Parschenkessel gelegene
Hechtlaichwiese ist der vermoorte Teil der ehemalige Wasserrinne. Obwohl die Insel bereits in der Bronzezeit besiedelt war, blieb die Natur lange Zeit sich selbst überlassen. Landwirtschaftlich genutzt wurde die Insel zunächst um 1683 zur Kaninchenzucht und später als verpachteter Hutewald. Die 1795 im Zuge der Schlossbebauung im Nordteil der Insel errichtete Meierei nutzt bis heute die umgebenen Flächen zur Viehhaltung. Von der ehemals auf der Insel befindlichen Menagerie exotischer Tiere sind heute nur noch die mit dem Eiland namentlich verbundenen Pfauen angesiedelt. In unmittelbarer Nähe vom Schloss Pfaueninsel finden sich in gärtnerischer Pflege der
Runde Garten und der
Rosengarten. Sie sind wie der übrigen Flächen der Insel Teil des von Lenné entworfenen Landschaftsparks. Das Konzept Lennés sah für weite Teile der Insel den Erhalt des alten Baumbestandes vor, so dass neben einem durchdachten Wegenetz vor allem bis heute erhaltene Sichtachsen den wesentlichichen Eingriff des Gartenarchitekten in die Natur der Insel darstellen.
Nachdem es zu Beginn des 20. Jahrhunderts Pläne gab die Pfaueninsel ähnlich der Havelinsel Schwanenwerder mit Villen zu bebauen, gelang es dem Entomologen Wolfgang Stichel zusammen mit der staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege die Insel am 28. Februar 1924 als eines der ersten Naturschutzgebiete Berlins auszuweisen. Begründet wurde diese Maßnahme mit dem Vorkommen seltener Pflanzen und schützenswerter Vogelbrutstätten. Die aktuell gültige Verordnung stammt vom 28. Juni 1941. Heute ist die Insel als Natura 2000-Gebiet nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie Teil des Besonderen Schutzgebiets
Westlicher Düppeler Forst. Das Naturschutzgebiet umfasst 88,3 Hektar Fläche, wobei 68 Hektar auf die Landfläche der Insel und der Rest auf das umgebende Ufer- und inselnahe Wassergebiet entfallen.
Ein Großteil der Insel ist Waldgebiet. Zu den bemerkenswertesten Bäumen gehören die teils mehrere hundert Jahre alte Eichen, die sich auch freistehend auf der Insel befinden. Vor allem die partiell oder vollständig abgestorbenen Bäume bieten ideale Lebensräume für Vögel und Insekten, aber auch für Moose, Flechten und Pilze. So finden hier sich beispielsweise die seltenen Käferarten Eremit und Großer Eichenbock. Neben Eichen und anderen einheimischen Baumarten gibt es auf der Insel zahlreiche exotische Bäume, die auf Bepflanzungen des 19. Jahrhunderts zurückgehen. Zu diesen exotischen Bäumen gehören Ginkgo, Kolorado-Tanne, Libanon-Zeder, Sumpf-Eiche, Tulpenbaum und Weiße Maulbeere.
Neben Waldflächen gehören Wiesen zum Landschaftsbild der Insel. Als Teil der Landschaftsplanung Lennés entstanden, findet sich hier heute häufig die Vegetationsform der Sandtrockenrasen mit typischen Pflanzen wie Früh-Segge, Gemeine Grasnelke, Heide-Nelke und Raublättriger Schaf-Schwingel. Seltener auf der Insel sind Pflanzen wie Ähriger Ehrenpreis, Blaugrünes Schillergras, Frühlings-Segge und Karthäuser-Nelke, die basenreiche Böden bevorzugen. Daneben gibt es im Bereich der
Heidewiese charakteristische Heidepflanzen wie das Besenginster, Heidekraut und Wacholder. Die als
Hechtlaichwiese bezeichnete vermoorte Landenge im Norden der Insel stellt heute eine Feuchtwiese dar. Zum Pflanzenbestand dieses Gebietes ghören Goldsegge, Sumpf-Segge, Steif-Segge, Ufer-Segge, Kuckucks-Lichtnelke, Rohrglanzgras, Schilfrohr, Sumpffarn, Sumpfplatterbse und Wasser-Schwaden. Am Rand der
Hechtlaichwiese finden sich zudem Augentrost, Großer Klappertopf, Kanten-Lauch, Langblättriger Blauweiderich und Mariengras.
In den flachen Bereichen der zum Naturschutzgebiet Pfaueninsel gehörenden Uferzonen gehören Röhrichte zum Landschaftsbild. Zu den verschiedenen Arten zählen Braunes Zypergras, Röhricht-Brennnessel und Sumpf-Teichfaden. Die Röhrichtbestände sind ein bevorzugtes Brutgebiet für verschiedene Vogelarten, wie beispielsweise dem Teichrohrsänger oder dem Drosselrohrsänger. Weitere auf der Pfaueninsel anzutreffende Vogelarten sind Schwarzmilan, Buntspecht, Schwarzspecht, Grünspecht, Mittelspecht, Kleinspecht, Kormoran, Nachtigall und Pirol. Zudem kann gelegentlich ein im Bereich der Unterhavel ansässiger Seeadler von der Insel aus beobachtet werden.
Die historischen Gebäude der Insel sind nicht nur Teil des Weltkulturerbe, sondern dienen auch als Lebensraum verschiedenen Tierarten. So nutzen beispielsweise Fledermäuse wie das Große Mausohr oder die Wasserfledermaus die Gebäude als Winterquartier.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel
Pfaueninsel in der Fassung #59291473 vom 22.04.2009 09:57 aus der freien Enzyklopädie
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