Der Jungfrauenturm besteht aus lokalem Kalkstein. Er ist zylindrisch
mit einer Höhe von 29,5 m bei einem Durchmesser von 17 m. Die
Wandstärke beträgt am Boden fünf Meter, nach oben nimmt sie auf vier
Meter ab. In seinem Inneren besteht der Turm aus acht Geschossen, die
von steinernen Gewölbe überspannt werden. Jedes Gewölbe hat in der
Mitte eine runde Öffnung von drei Metern Durchmesser, die Opeion
genannt werden. Diese ermöglichten die Beleuchtung und Belüftung der
Kammern. In jedem Geschoss befindet sich ein niedriger Raum, die
Stockwerke sind durch eine Treppe in der Wand verbunden. Das
Erdgeschoss ist nur durch eine Leiter erreichbar, die früher bei Gefahr
hochgezogen werden konnte. Innerhalb des Turmes gab es einen 21 m
tiefen Brunnen, der die Versorgung mit Grundwasser sicherte. Außerdem
existieren in jedem Geschoss mehrere Schießscharten, ab etwa 14 m ist
in den Außenwänden Schmuck eingekerbt.
Im fünften Stockwerk führt eine Öffnung direkt ins Freie, früher war
diese mit einer Tür verschlossen. Die Öffnung und der Gang sind stark
abgenutzt, am Boden befinden sich an dieser Stelle Reste von Gewölben
und Konsolen, sodass sich dort vermutlich früher ein Vorbau anschloss.
An dieser Seite schließt sich auch eine kurze Mauer mit zwei Basteien
an, die halb so groß wie der Turm sind. Diese sind massiv ausgeführt
und beherbergen keine Räume. Sie werden im Volksmund Wellenbrecher genannt, jedoch ist ihr Nutzen umstritten.
Der Baustil der Qız Qalası ist nicht eindeutig zuzuordnen. Die
massive Bauweise lässt sich weder der türkischen, noch der persischen
Architektur zuordnen.
Das Alter des Jungfrauenturmes ist unbekannt, es existieren dazu
widersprüchliche Meinungen. Die Fundamente stammen vermutlich aus dem
5. oder 6. Jahrhundert, die oberen Teile aus dem 12. Jahrhundert.
Darauf weist auch eine Inschrift des Mesud ibn Da’ud auf der Außenseite
des Turmes anlässlich einer Rekonstruktion hin. Das damals nur der
obere Teil umgebaut wurde wird daraus gefolgert, dass sie sich nicht
über dem Eingang in den Turm befindet, sondern in einem Seitenbereich
in einer Höhe von 14 m.
Das Dach des Turms wurde als einziger Teil häufig umgebaut, da hier
die Kanonen untergebracht waren. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der
Bau saniert.
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Qız Qalası aus der freien Enzyklopädie
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