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Östlich der Aravasenke, auf halbem Weg zwischen dem Golf von Akaba und dem Toten Meer, liegt Petra auf einer Höhe zwischen 800 und 1.350 m (30°19'43"N, 35°26'31"O) in einem weiten Talkessel im Bergland von Edom. Dank ihrer strategisch günstigen Lage am Kreuzungspunkt mehrerer Karawanenwege, die Ägypten mit Syrien und Südarabien mit dem Mittelmeer verbanden, war die Stadt vom 5. Jahrhundert vor bis zum 3. Jahrhundert nach Christus ein bedeutender Handelsplatz. Insbesondere kontrollierte Petra einen wichtigen Knotenpunkt der Weihrauchstraße. Diese uralte Handelsroute führte vom Jemen aus an der Westküste Arabiens entlang und teilte sich bei Petra in einen nordwestlichen Zweig, der nach Gaza führte, und in einen nordöstlichen in Richtung Damaskus.
Zur günstigen Geographie kam die versteckte Lage Petras zwischen schroffen Felswänden sowie eine sichere Wasserversorgung. Der Ort ist nur über einen schmalen Gebirgspfad von Nordwesten zugänglich oder von Osten her durch eine etwa 1,5 Kilometer lange und bis zu 200 Meter tiefe Felsschlucht, den Siq (dt.: „Schacht“), der an seiner engsten Stelle nur 2 Meter breit ist. Über eine in die Felswände des Siq gemeißelte Rinne, die mit Steinplatten abgedeckt war, leiteten die Nabatäer Brauchwasser und über eine zweite Leitung aus Tonröhren Trinkwasser in die Stadt. Beide Wasserleitungen wurden durch einen im Wadi Musa, dem „Mosestal“, entspringenden Gebirgsbach gespeist.
Petra gilt heute als eine der größten Sehenswürdigkeiten des Nahen Ostens. Seine Erschließung für den modernen Fremdenverkehr begann in den 1930er Jahren. Damals wurden die ersten Hotels bei Petra gebaut, einige sogar unmittelbar in der Stadt selbst, zum Teil direkt vor dem Römischen Theater. Diese Bausünden wurden mittlerweile wieder beseitigt.
Um Petra touristisch besser nutzen zu können siedelte die jordanische Regierung zwischen 1968 und 1985 die Beduinen vom Stamm der B'doul zwangsweise um, zu deren Gebiet Petra gehört. Sie hatten die kühlen, schattenspendenden Grabbauten bis dahin als Wohnungen genutzt. Heute wohnen die B'doul in den umliegenden Dörfern, vor allem in Wadi Musa. Ein Großteil von ihnen lebt vom Petra-Tourismus, zum Beispiel als Fremdenführer. Einige ihrer ehemaligen Felswohnungen nutzen sie weiterhin als Souvenirläden.
Aufgrund des Friedensabkommens von Camp David von 1979 gab Israel die Halbinsel Sinai an Ägypten zurück. In der Folgezeit erlebte Petra einen stetig wachsenden Zustrom von Tagestouristen aus den ägyptischen Ferienressorts am Golf von Akaba. Für zusätzlichen Aufschwung sorgte nach 1989 Steven Spielbergs Spielfilm Indiana Jones und der letzte Kreuzzug, dessen letzte Szenen im Siq und vor dem Khazneh el-Firaun gedreht wurden. Er machte Petra einem größeren Publikum in Amerika und Europa bekannt.
In den 1980er Jahren wurde außerhalb der Stadt, weit vor dem Eingang zum Siq, ein modernes Besucherzentrum errichtet. 1993 stellte Jordanien ein etwa 100 Quadratmeilen großes Gebiet um Petra als Nationalpark unter Schutz. Nachdem das Land 1994 den Friedensvertrag mit Israel geschlossen hatte, entstand eine Reihe moderner, zum Teil luxuriöser Hotels in der Umgebung von Petra, vor allem in Wadi Musa. Jordanien nutzte einen Kredit der Weltbank über 23 Mio. US-Dollar, um die Region touristisch zu erschließen. Die Fremdenverkehrsbranche des Landes hoffte, nun auch mehr Langzeiturlauber für die Region interessieren zu können. Zunächst nahm aber erneut der Tagestourismus zu, diesmal aus Richtung Israel. Vor Beginn der zweiten Intifada im Jahr 2000 stellten Tagesurlauber aus Israel und dem Westjordanland 57 Prozent der Besucher Petras. Im Rekordjahr 2000 wurden insgesamt rund 1 Million Touristen gezählt.
Infolge der schweren Unruhen in den israelisch besetzten Palästinensergebieten und der Terroranschläge vom 11. September 2001 gingen die Besucherzahlen jedoch drastisch zurück, obwohl Jordanien auch nach den Selbstmordanschlägen in Amman vom 9. November 2005 als relativ sicheres und friedliches Reiseland gilt. Die Friedensdividende, die sich das Land unter anderem vom Petra-Tourismus versprochen hat, konnte es lange Zeit nicht einlösen. Erst nachdem Petra 2007 in einer weltweiten - von der UNESCO allerdings nicht anerkannten - Umfrage zu einem der neuen Sieben Weltwunder gewählt wurde, kam es erneut zu einem rapiden Anstieg der Besucherzahlen.
Etwa 800 historische Baudenkmäler und Opferplätze sind in und um Petra erhalten geblieben. Die Monumente sind geprägt von nabatäischen, griechisch-hellenistischen und römischen Einflüssen. Oft vermischen sich Stilelemente aller drei Kulturen in ein und dem selben Bau.
An der Einmündung des Siq in den Talkessel steht das wohl berühmteste Bauwerk Petras, das fast 40 Meter hohe und 25 m breite, im hellenistischen Stil erbaute Khazne al-Firaun. Das „Schatzhaus des Pharao“, wie es von den Beduinen genannt wurde, war in Wirklichkeit eines von zahlreichen Felsgräbern. Es wurde möglicherweise für den Nabatäerkönig Aretas IV. angelegt, der im 1. Jahrhundert v. Chr. regierte. Andere Forscher datieren das Khazne dagegen erst ins 2. Jahrhundert n. Chr., in die Zeit des Kaisers Hadrian. Über einem Portikus aus sechs korinthischen Säulen erhebt sich eine kleine, von zwei Halbgiebeln flankierte Tholos, ein Rundtempel. Zwischen den Säulen befinden sich verwitterte Reste von Relieffiguren. An der Urne, auf der Spitze des Rundtempels, sind Einschusslöcher zu erkennen. Sie gehen auf Flintenschüsse von Beduinen zurück, die einst versucht hatten, den vermeintlichen Schatzbehälter aufzubrechen. Die Urne besteht aber, wie der gesamte Bau und die anderen Königsgräber Petras, überwiegend aus massivem Fels.
Auf dem Weg vom Khazne al-Firaun ins Zentrum Petras liegt linker Hand das Römische Theater aus dem 1. Jahrhundert. Es wurde 1961 entdeckt und von amerikanischen Archäologen ausgegraben.
Auch das Theater ist direkt aus dem anstehenden Fels gemeißelt worden und bot auf 33 Sitzreihen rund 5.000 Zuschauern Platz. Bei seinem Bau wurden einige Grabkammern freigelegt, die zuvor in das rückwärtige Felsmassiv getrieben worden waren. In solchen Schachtgräbern hatte man in der Antike die einfachen Bewohner der Stadt beigesetzt.
Nördlich des Theaters erhebt sich rechter Hand die so genannte „Königswand“. Auf halber Höhe reihen sich hier gleich 13 monumentale Grabtempel aneinander, die aufgrund ihrer Größe und Ausschmückung als Königsgräber gedeutet werden Dazu gehören etwa das „Palastgrab“, die größte Anlage in Petra überhaupt, das „Korinthische Grab“, das „Soldatengrab“ und das „Urnengrab“ aus dem 2. oder 3. Jahrhundert n. Chr. Dessen Felsenhalle birgt drei Grabnischen. Zudem verfügt es über einen von Säulen umstandenen Vorhof, der über einen gemauerten Unterbau erreichbar ist. Nördlich der sogenannten Königsgräber liegt das etwas kleinere „Grab des Sextius Florentinus“. Die Baustile der Gräber lassen nabatäische, griechische und römische Einflüsse erkennen.
Senkrecht zur Königswand verläuft in Richtung Westen die „Säulenstraße“, die einstige Hauptverkehrsachse Petras. Während die in den Fels gehauenen Grabtempel die Jahrtausende überdauert haben, sind die Wohnhäuser der Nabatäer längst zerfallen.
Links und rechts der Säulenstraße haben sich aber noch Reste des Marktes, des „Temenos-Tors“, einer byzantinischen Basilika und mehrerer Tempel erhalten. Der größte davon, Qasr al-Bint Firaun aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. war möglicherweise den nabatäischen Hauptgöttern Dushara und Al-Uzza geweiht. Der heutige arabische Name bedeutet „Haus der Pharaonentochter“ und geht auf eine spätere Deutung durch die Beduinen zurück.
Am modernen Museum im Westen des Talkessels vorbei führt ein Bergpfad durch das Wadi Kharareeb zum außerhalb der eigentlichen Stadt gelegenen Grabtempel Ed-Deir. Sein Name, auf deutsch „Kloster“, geht darauf zurück, dass sich im Mittelalter Mönche darin niederließen. Anders als das Khazne Firaun liegt das Ed-Deir nicht versteckt, sondern hoch am Berg und beeindruckt nicht zuletzt durch seine Größe. Es ist 40 Meter hoch und 47 Meter breit; allein die Urne auf der Spitze des Rundtempels misst 9 Meter in der Höhe. Wegen seines schlichten, aber monumentalen Stils und seiner einsamen Lage zählt das Ed-Deir zu den bedeutendsten Werken nabatäischer Baukunst.
Auf den Gipfeln der umliegenden Berge befinden sich darüber hinaus noch Überreste früherer Opferplätze der Nabatäer. Der am besten erhaltene befindet sich auf dem Gipfel des Jebel Attuf.












































