Mit 65 Metern Höhe ist sie nicht einmal halb so hoch wie die beiden anderen (Cheops-Pyramide, 146 Meter und Chephren-Pyramide, 143 Meter).
Wie die beiden anderen Pyramiden von Gizeh wurde sie in der 4. Dynastie ungefähr zwischen 2.540 und 2.520 v. Chr. als Grabstätte des Pharaos Mykerinos errichtet.
Die Pyramide
Es gibt drei mögliche Gründe, warum die Mykerinos-Pyramide kleiner ist als die Cheops- und Chephren-Pyramide:
- Platzprobleme auf dem Gizeh-Plateau
- Zu hohe Baukosten (der Nachfolger Schepseskaf errichtete nur eine Grabmastaba)
- Die Hinwendung zum Sonnenkult des Re förderte den Tempelbau für den Sonnengott.
Die Pyramide des Mykerinos wurde mit örtlichem Kalksteinen errichtet und dann, wie üblich, mit polierten Kalksteinplatten verkleidet. In den unteren 16 Lagen wurden jedoch Granitplatten verwendet, die bis auf wenige polierte Stellen am Eingang und am Totentempel unbearbeitet blieben. Die früher vertretene Meinung, die Pyramide sei komplett mit Granitplatten verkleidet gewesen, ist mittlerweile widerlegt. Die fehlende Bearbeitung ist einer der Hinweise darauf, dass der König vor der Fertigstellung seines Grabmals verstarb.
Die Substruktur
Der Eingang der Pyramide befindet sich in etwa. vier Metern Höhe auf der Nordseite. Ein schräg nach unten verlaufender Schacht von 32 Metern Länge mündet in einen Vorraum von 3,63 x 3,16 Metern mit schmalen Scheintüren, die sogenannte Paneel-Kammer. Hinter dieser Kammer sind drei Fall-Sperrblöcke eingebaut. Von hier führt der Stollen wiederum horizontal in das Zentrum des Bauwerks, die Vorkammer, die unter Bodenniveau in den gewachsenen Fels gemeißelt wurde. Oberhalb dieses Zugangs zur Vorkammer mündet von oben kommend ein weiterer Zugangsschacht, der jedoch in der Bodenplatte blind endet und schon beim Bau aufgegeben wurde. Über einen Zugang im Fußboden der Vorkammer führt eine kurze Passage in die tiefergelegene eigentliche Grabkammer. Von der Passage zweigt einige Stufen tiefer eine Seitenkammer ab, die Nischenkammer, welche mit sechs Nischen (jede etwa 2,50 x 0,60 Meter messend und 1,4 Meter hoch) versehen ist, deren Bedeutung jedoch unklar ist. Die eigentliche Grabkammer misst 6,59 x 2,62 Meter und ist 3,43 Meter hoch. Sie war komplett mit Granit verkleidet; die Granitbalken der Decke wurden so bearbeitet, dass die Decke wie ein Tonnengewölbe wirkt.
In der Grabkammer fand Vyse, als er 1837 in die Pyramide vordrang, einen prunkvollen, mit Palastfassadenmustern verzierten dunklen Steinsarkophag ohne Deckel vor. Beim Transport nach England geriet das Schiff Beatrice jedoch in einen Sturm und versank 1838 mitsamt seiner kostbaren Ladung. Vyse entdeckte auch die Reste eines menschenförmigen Holzsarges mit dem Namen des Mykerinos sowie menschliche Knochen. Der Sarg stammt nach Kurt Sethe aus der saitischen Epoche, die Knochen nach Radiocarbonuntersuchungen erst aus christlicher Zeit.
Eine gründliche Untersuchung der Pyramide erfolgte erst in den Jahren 1906 bis 1924 durch ein Team der Harvard University und des Museum of Fine Arts Boston unter der Leitung von George Andrew Reisner. Zu den wichtigsten Ergebnissen der Untersuchungen gehört die Erkenntnis, dass die Substruktur während des Baues dreimal geändert wurde.
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Mykerinos-Pyramide aus der freien Enzyklopädie
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