Dass sie trotzdem höher als die Cheops-Pyramide erscheint, liegt vor allem an dem steileren Neigungswinkel und an dem etwas höheren Untergrund. Sie wurde wie alle Pyramiden von Gizeh in der 4. Dynastie um 2550 v.Chr. erbaut und erhielt den Namen Cha-ef-Re ist groß.
Pharao Chephren, der hier bestattet wurde, war der Sohn von Pharao Cheops, der ebenfalls in Gizeh begraben wurde. Cha-ef-Re (ägyptische Schreibweise) war nicht der potenzielle Nachfolger des Cheops (Chufu), sondern sein Halbbruder Djedefre. Auf dem Ostfriedhof in Gizeh findet man eine große Doppelmastaba (Nr. G7130-40), die nach Stadelmann dem Königssohn Cha-ef-chufu zuzuordnen ist. Dieser Cha-ef-chufu änderte nach dem Tode seiner Halbbrüder Kawab und Djed-ef-Re sowie seiner Machtübernahme den Namen in Cha-ef-Re.
Daten
- Höhe: 143,87 m (275 Königsellen); 143,87/275 = 0,52 m pro Elle
- Seitenlänge: 215,29 m (410 Königsellen); 215,29/410 = 0,53 m pro Elle
Es ergeben sich rechnerisch zwei verschiede Ellen in einem Bauwerk.
Bei einer Höhe von 143,87 m und einer Basislänge von 215,29 m ergibt sich ein Neigungswinkel von 53°11´44,84´´.
Die Pyramide
Die Chephren-Pyramide liegt südwestlich derjenigen seines Vaters und damit in der Mitte der drei Pyramiden von Gizeh auf einer Terrasse. Die Stufen der Nordwestecke der Basis sind etwa 10 m in den Felsen eingehauen, die gegenüber liegende Südostecke wurde massiv hochgemauert, um das leichte Gefälle der Terrasse auszugleichen. Der Steinbruch für das Baumaterial liegt unmittelbar vor Ort. Die waagerecht verlegten Steinlagen sind grob behauen, die Fugen sehr breit, und oft fehlt der Mörtel; der Pyramidenkern ist handwerklich deutlich schlechter ausgeführt als bei der Cheops-Pyramide.
Die Verkleidung der beiden unteren Lagen bestand aus Granit, die weitere Verkleidung aus Kalkstein.
An der Spitze der Chephren-Pyramide sind noch Reste der Verkleidung vorhanden, das Pyramidion existiert nicht mehr.
Aufgrund der fortschreitenden Erosion wurde die erhaltene Kalksteinverkleidung von italienischen Fachleuten untersucht. Bei dieser Gelegenheit wurden starke Verschiebungen der Eckkanten registriert und mittels Computersimulation die Ursache ermittelt: Erdbeben.
Bereits in der 19. Dynastie hat Ramses II. mit dem Steinraub begonnen. Er verwendete die Kalksteinverkleidung für den Bau eines Tempels in Heliopolis (Felsinschriften des Vorstehers der Tempelarbeiten Maj).
Zwischen den Jahren 1356 und 1362 entfernte man weitere Teile der Verkleidung für den Bau der Hassan-Moschee in Kairo.
Die Substruktur
Die Pyramide besitzt zwei absteigende Zugänge im Norden. Beide liegen übereinander, der untere beginnt 30 m außerhalb des Bauwerks auf Bodenniveau, der obere 11,5 m über der Grundfläche. Die untere Passage mündet in einen horizontalen Stollen, von dem eine Nebenkammer abzweigt (10,41 x 3,12 m, 2,61 m hoch). Es wird vermutet, dass diese Kammer die gleiche Funktion wie die sogenannte Königinnenkammer der Cheops-Pyramide hatte. Hinter dem horizontalen Stollen steigt die Passage wieder an und trifft knapp unter Bodenniveau auf den von oben kommenden zweiten Zugang. Der nun gemeinsame Gang verläuft nunmehr waagerecht zur Grabkammer im Zentrum des Bauwerks.
Die Grabkammer misst 14,15 x 5 m und hat eine Höhe von 6,83 m. Die Decke besteht aus mächtigen, schräg liegenden Kalksteinbalken, die Wände bestehen bereits aus gewachsenem Fels. Bis auf Belzonis Grafitto ist die Kammer unbeschriftet und enthält nur noch den Sarkophag aus Granit, der halb in den Boden eingelassen ist. Der Schiebedeckel lag zerbrochen in der Kammer, aufgefundene Knochen stammten von Stieren. Ein kleiner Schacht im Boden barg wahrscheinlich die Kanopen.
Es ist anzunehmen, dass die Pyramide bereits erstmals in der Ersten Zwischenzeit beraubt wurde. Der Historiker Ibn Abd as-Salam vermerkt eine weitere Öffnung der Pyramide im Jahr 774 (= 1372 n.Chr.), doch wurde diese anscheinend wieder verschlossen.
Am 2. März 1818 wurde die Grabkammer von Belzoni wiederentdeckt. Gegenüber dem prächtigen Kammersystem des Cheops wirkt die des Chephren jedoch eher einfach - es sei denn, durch neuere Untersuchungen würden weitere Kammern im Kernmauerwerk entdeckt.
Der Taltempel der Chephren-Pyramide liegt unmittelbar neben dem Sphinx-Tempel am ehemaligen, antiken Hafenkai des Pyramidenbezirks. Der bauliche Zustand ist heute noch ausgezeichnet. Errichtet wurde er aus großen Kalksteinblöcken, die mit polierten Granitplatten verkleidet wurden.
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Chephren-Pyramide aus der freien Enzyklopädie
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