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Heute ist sie Eigentum des Landes Rheinland-Pfalz und beherbergt das Landesmuseum Koblenz, die Koblenzer Jugendherberge, das Ehrenmal des Heeres sowie verschiedene Verwaltungsstellen. Seit 2002 ist die Festung Teil des UNESCO-Weltkulturerbes „Oberes Mittelrheintal“. Das Vorgelände der Festung wird zur Bundesgartenschau 2011 in Koblenz Teil des Veranstaltungsraums sein.
Im 19. Jahrhundert galt die preußische Festung Ehrenbreitstein als uneinnehmbar. Zum einen aufgrund ihrer Lage auf dem gleichnamigen Berg und zum anderen weil der Feind stets von allen Seiten her durch die anderen Festungen und Forts im Festungsverbund attackiert werden konnte. Der 118 Meter über dem Rhein gelegene Ehrenbreitstein wird auf drei Seiten – im Süden, im Osten und im Westen zum Rhein hin – von hohen Steilhängen begrenzt und ist nur von Norden her zugänglich. Der für Verteidigungszwecke ideal geeignete Bergsporn wurde seit frühester Zeit für militärische Anlagen genutzt.
Die Festung Ehrenbreitstein liegt auf einem 118 m hohen Bergsporn, dessen schroffe Felshänge im Koblenzer Stadtteil Ehrenbreitstein in das Rheintal auslaufen. Dadurch musste nur der Hügelrücken, zum Plateau im Nordosten hin, besonders stark verteidigt werden. Nach Norden und Osten hin wurden hier die stärksten Befestigungen angelegt. Hauptmerkmale sind hier zwei bis 5 m tiefe und 15 bis 25 m breite Gräben sowie Wälle mit bis zu 3 m dicken Außenmauern, die bis zu drei übereinander liegende Reihen von Kanonenscharten aufweisen.
Die Festung Ehrenbreitstein sollte jedoch nicht nur funktional und wehrhaft sein, sondern auch den preußischen Staat repräsentieren. So zeigt sie sich dem Besucher auch heute noch mit zwei Gesichtern. Nach außen hin, gegen den Angreifer, gibt sie sich abschreckend mit dicken, unverputzten Mauern und bedrohlich wirkenden Geschützscharten. Nach innen erweckt insbesondere der Obere Schlosshof den Eindruck eines herrschaftlichen Schlosses. Die klassizistischen Fassaden waren – wie heute teilweise wieder rekonstruiert – verputzt und gelb gestrichen. Die sparsam eingesetzte, die innere Struktur spiegelnde Architekturgliederung, wurde rot hervorgehoben. Der mächtige Wachportikus zeigt den Eingang zu den Dienstzimmern des Festungskommandanten.
Betritt man von Nordosten die Festung durch das Feldtor, so liegt zunächst auf der linken Seite der Turm Ungenannt. Er hat diesen merkwürdigen Namen der Anekdote nach deswegen, weil am 20. Juni 1821 der preußische Prinz und der russische Zarensohn am Bau mitwirkten. Bei der Namensgebung wollte jeder dem anderen den Vortritt lassen, wodurch der Kompromiss zustande kam. Allerdings gab es bereits zur Zeit der barocken Festung Ehrenbreitstein an derselben Stelle eine gleichnamige Geschützstellung. Der heutige Turm ist drei Stockwerke hoch und beherrscht den Hang sowie das Tal und die gegenüberliegende Höhe von Ehrenbreitstein. Ihm folgt die Lange Linie, ein zweigeschossiger langgezogener Kasemattenbau, der parallel zum Weg verläuft. Als Besucher läuft man dann genau auf das Grabentor zu, das einen Durchlass in den Hauptgraben zulässt. Man befindet sich jetzt im Hauptgraben, vor dem etwa 12 m hohen Ravelin oder Mittelsaillant, der von Contregarde Rechts und Contregarde Links flankiert wird. Durch eine etwa 50 m lange Poterne, einen Tunnel im unteren Geschoss des Ravelins, geht man in den Retirierten Graben, der in der Mitte von der 18 m hohen Kurtine sowie der Rheinbastion und der Landbastion abgeschlossen wird. Nach dem Passieren dieser Kurtine durch ein weiteres Tor steht man schließlich auf dem Oberen Schlosshof. Der großartige Blick von dort auf Rhein und Mosel war schon im 19. Jahrhundert berühmt und ein beliebtes Ziel der Touristen, die von Unteroffizieren über den Felsenweg dort hingeführt wurden.
Zur anderen Talseite und zum Rhein hin sicherten die Bastion Fuchs, die Hohe Ostfront, die Große Traverse, die Niedere Ostfront, die Südtraverse, der Südliche Abschnitt, der Helfenstein, der Wetterturm und weitere Festungsanlagen das Gelände. In ihrer gesamten Ausdehnung erschließen sie sich, wenn man den Schlosshof durch das Felsentor verlässt und den Felsenweg hinunter nach Koblenz-Ehrenbreitstein läuft. Der Felsenweg endet im Bereich des ehemaligen Nieder-Ehrenbreitstein, der bis 1903 das Rheinufer sicherte.
Das „Ehrenmal des Deutschen Heeres“ wurde zur Erinnerung an die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs in der Front des Ravelins eingebaut und am 29. Oktober 1972 feierlich in die Obhut des deutschen Heeres übergeben. Im November 2006 wurde es um eine Stele erweitert und erinnert nun auch an die in der Ausübung ihres Dienstes zu Tode gekommenen Soldaten der Bundeswehr.
Auf dem Helfenstein befindet sich das Denkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten des Infanterie-Regiments „von Goeben“ (2. Rheinisches) Nr. 28, das immer wieder für längere Zeit auf dem Ehrenbreitstein in Garnison lag.
Das Landesmuseum Koblenz ist seit 1956 auf der Festung Ehrenbreitstein beheimatet. Nach dem Landesmuseum Mainz und Trier ist es das jüngste Landesmuseum in Rheinland-Pfalz und versteht sich als technisches Museum. Als Dauerausstellungen über die Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Region sind in den einzelnen Abteilungen Ausstellungen über den Automobilbauer August Horch, die Bimsindustrie, den Weinbau, die Zinngießerei, die Sektherstellung, die Schnapsbrennerei, die Tabakverarbeitung und die Archäologie an Mittelrhein und Mosel zu sehen. So steht auf der Festung ein originalgetreuer Nachbau einer römischen Pfahlramme, wie sie Caesar beim Bau seiner Rheinbrücke 55 v.Chr. nutzte. Die größte Attraktion ist jedoch die Festung selbst. Neben der Geschichte der Festung Ehrenbreitstein, kann die original erhalten gebliebene Kanone Greif aus dem 16. Jahrhundert bestaunt werden. Zusätzlich zu den Dauerausstellungen werden wechselnde Sonderausstellungen auf der Festung präsentiert.
In der Niederen Ostfront der Festung ist die „Jugendherberge Festung Ehrenbreitstein Jugendgästehaus Koblenz“ mit 195 Betten und 5 Konferenzräumen untergebracht. Ab November 2008 soll die Jugendherberge grundlegend modernisiert und dem heutigen Standard angepasst werden. Neben dem Haus gibt es eine Vielzahl von Sport- und Unterhaltungsangeboten.
Zur Zeit werden Wege und Gräben der Festung saniert sowie der Parkplatz komplett erneuert, damit ab April 2011 die Bundesgartenschau in Koblenz stattfinden kann. Der Vorplatz der Festung Ehrenbreitstein wird dabei ein Teil des Veranstaltungsgeländes der Bundesgartenschau sein. Über den Rhein soll eine Kabinenseilbahn das Gelände vor der Festung mit den Rheinanlagen verbinden.












































