Das Gebäude wird heute im Westen, Süden und Osten durch die Straßen Quatermarkt, Gürzenichstraße und Martinstraße (früher Ober Mauern) begrenzt. Im Norden ist es durch Erweiterungsbauten mit der Kirchenruine von Alt St. Alban und dem 2001 fertiggestellten neuen Wallraf-Richartz-Museum verbunden.
Gebaut wurde das Saalgebäude in den Jahren 1441 bis 1447 und hatte von Anfang an die Funktion eines städtischen Festhauses für verschiedenste Veranstaltungen. Zum einen wurden die Ehrengäste der Stadt Köln im Festsaal des Gürzenich empfangen, zum anderen wurden Adeligen und hohen Bürgern die Räumlichkeiten für private Feierlichkeiten zur Verfügung gestellt. Auch Krönungsfeiern und ein Reichstag sind im Gürzenich abgehalten worden.
Eine Unterbrechung der Nutzung als Festhaus erlebte der Gürzenich im 17. Jahrhundert, als das Gebäude vorübergehend als Kaufhaus fungierte. Seitdem, bis in die heutige Zeit hinein, ist der Gürzenich wieder ausschließlich Fest- und Veranstaltungssaal und gilt als „gute Stube“ Kölns. Seit 1857 veranstaltete die Cölner Concert-Gesellschaft im Gürzenich ihre Konzertreihe. Aus dieser gingen die später – bis zum Bau der Kölner Philharmonie – regelmäßig stattfindenden Gürzenich-Konzerte sowie der Gürzenich-Chor und das Gürzenich-Orchester hervor.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus fast vollständig zerstört und 1955 wieder aufgebaut. Dabei erhielten insbesondere die Innenräume eine Gestaltung im architektonischen Stil dieser Epoche. In den Jahren 1996 bis 1998 erfolgte eine umfassende Modernisierung des Gürzenich, insbesondere wurde die technische Ausstattung auf den neuesten Stand gebracht und ein markanter gläserner Außenaufzug angebracht.
Die unmittelbar benachbarte Kirche Alt St. Alban wurde nach den Kriegszerstörungen nicht wiederaufgebaut. Sie dient nun als Gedenkstätte für die Kriegstoten der Stadt Köln. In ihrem ehemaligen Kirchenschiff stehen Nachbildungen der „Trauernden Eltern“ von Käthe Kollwitz.
Überregionale Bekanntheit erlangte der Gürzenich als Austragungsort von Sitzungen der Kölner Karnevals-Vereine. Auch das Gürzenich-Orchester und der Gürzenich-Chor sind über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.
Weltweite Bedeutung erlangte der Gürzenich im Juni 1999 als Sitzungssaal des EU-Gipfels und des Weltwirtschaftsgipfels (G8).
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