1969
begann auf dem Abschnitt Geilenkirchen - Gillrath - Schierwaldenrath -
Gangelt ein erster historischer Schienenverkehr, aus dem schließlich
die heutige Selfkantbahn hervorging. Der ursprüngliche Plan der
Museumsbahn-Aktivisten, die Strecke zu elektrifizieren und hier
Fahrzeuge der bald darauf stillgelegten Aachener Straßenbahn einzusetzen, scheiterte an den hohen Kosten.
Seit 1973 wird allerdings nur noch auf dem ca. 5,5 km langen Teilstück zwischen Geilenkirchen-Gillrath und Gangelt-Schierwaldenrath
ein Museumsbetrieb mit regelmäßigen Dampflokomotiveinsätzen
durchgeführt. Der Grund für diese Verlagerung weg vom ehemaligem
Betriebsmittelpunkt Geilenkirchen lag darin, dass der Oberbau der
Strecke zwischen Geilenkirchen und Gillrath zu schlecht war, um mit
Schienenfahrzeugen noch regelmäßig befahren werden zu können. Außerdem
wollte man bei der Modernisierung von Straßen im Selfkantgebiet Kosten
für die Neuerrichtung von Bahnübergängen sparen.
Dennoch plant die IHS, die Strecke westlich bis Gangelt und östlich
bis zur Ortsumgehung von Geilenkirchen zu verlängern. Damit soll eine
größere touristische Attraktivität erreicht werden. Aus finanziellen
Gründen sind diese Pläne zur Zeit noch nicht zu realisieren.
Fahrplan und Betrieb
Der museale Bahnverkehr findet sonn- und feiertäglich jeweils
zwischen Ostern (Saisonbeginn) bis Ende September/ Anfang Oktober
(Saisonende) und in der Vorweihnachtszeit statt. Die in der
Vorweihnachtszeit durchgeführten Fahrten mit dampfbespannten
"Nikolauszügen" erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit.
Der Betriebsmittelpunkt mit Werkstätten, Bekohlungsvorrichtung (im
echten Handbetrieb) und umfangreichen Abstellmöglichkeiten für
Lokomotiven und Wagen befindet sich in Schierwaldenrath.
Zielsetzung
Die IHS versucht, ein möglichst originalgetreues Abbild des
ländlichen Schienenverkehrs in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
darzustellen. Das war die Zeit, als viele ländliche Regionen
Deutschlands durch mittlerweile stillgelegte Kleinbahnen, welche oft
den jeweiligen Landkreisen gehörten, erschlossen waren.
Das Kleinbahnmuseum Selfkantbahn hat zwischenzeitlich einen
Bestand von über 60 Fahrzeugen, die teilweise im Museumsverkehr
eingesetzt werden. Die restlichen Fahrzeuge sind in der großen
Wagenhalle museal aufgestellt und durch Hinweistafeln erläutert.
Zwischenzeitlich ist hier eine beträchtliche Anzahl Fahrzeuge der
ehemaligen MEG (Mittelbadischen Eisenbahnen AG)
untergestellt, so dass sogar stilechte MEG-Zuggarnituren gebildet
werden können. Das gesamte Areal (mit Werkstätten, Wagenhalle und
Lokschuppen) kann kostenlos besichtigt werden.
Fuhrpark
Die Triebfahrzeuge der GKB waren anfangs vier zweiachsige Dampflokomotiven des Lenz-Typs "h", die kurz später von vierachsigen Malletloks abgelöst wurden (Typen "lm" und "mm").
1936 begann die Ablösung der Dampflokomotiven durch DieseltriebfahrzeugeEifel (heute besitzt die Selfkantbahn ein anderes Exemplar des gleichen Typs). mit einem Wismarer-Leichttriebwagen Typ Frankfurt,
der als VT 100 eingereiht wurde. Nachdem 1939 ein weiteres Modell des
gleichen Typs bestellt, aber wegen des Kriegs nicht geliefert wurde,
kaufte die GKB 1950 bei Talbot einen Triebwagen des Typs
1955 wurden zwei Diesellokomotiven von Klöckner-Humboldt-Deutz AG in Betrieb genommen (Betriebsnummern V 10 und V 11). Diese Lokomotiven wurden 1973 nach Togo
verkauft. Die V 11 kam am 12. Januar 2001 wieder zur Selfkantbahn
zurück, nachdem 1999 ein Mitarbeiter der Selfkantbahn die Lokomotive im
Bahnhof der togolesischen Hauptstadt Lomé
in nicht betriebsbereitem Zustand zufällig entdeckte und sehr günstig
zurückkaufen konnte. Die Maschine befindet sich in Aufarbeitung.
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Geilenkirchener Kreisbahn aus der freien Enzyklopädie
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