Die einstige Burg Eller war Keimzelle des Dorfes Eller, das bis 1909 eine eigenständige Gemeinde war und südöstlich der Düsseldorfer Innenstadt gelegen ist. Das heutige Schloss mit seinen Nebengebäuden ist vom Schlosspark Eller umgeben, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den Formen eines englischen Landschaftsparks angelegt wurde und mit einer Fläche von mehr als 30 Hektar eine der größten Parkanlagen Düsseldorfs ist. Der Park mit Waldcharakter und altem Baumbestand verfügt neben dem Schlossweiher über einen Vogelschutzweiher, welche beide vom Eselsbach gespeist werden. Benachbart ist der früher zum Schloss gehörende ehemalige Gutshof Eller, der noch heute landwirtschaftlich genutzt wird. Das einst weit vor den Toren Düsseldorfs in waldreicher und landwirtschaftlich geprägter Umgebung gelegene Schloss mitsamt Park ist heute eine von vororttypischen Wohnsiedlungen des 20. Jahrhunderts umgebene grüne Insel, die von Bahntrasse, Autobahn und der Heidelberger Straße eingegrenzt wird. Die nahe gelegenen Stadtwälder Eller Forst mit anschließendem Unterbacher See und Hasseler Forst haben sich als Reste der früheren Wäldereien erhalten.
Schloss Eller wurde 1969 grundlegend renoviert, um dort am 1. September 1970 die zwanzig Jahre zuvor gegründete Modeschule Düsseldorf im Herrenhaus aufzunehmen. Die Sanierung erfolgte allerdings noch nicht auf Grundlage des Denkmalschutzes, weshalb die Innenräume des Schlosses durch die funktionale Anpassung an die Schulnutzung eher verunstaltet wurden. Die Modeschule verließ das Gebäude 2003 und zog nach Mönchengladbach. Seitdem steht das Schloss leer.
Im Oktober 2003 erteilte die Stadt Düsseldorf den Zuschlag für eine 30-jährige Anmietung des Schlosses der Provinzial-Lebensversicherung, die dort ihr Ausbildungszentrum einzurichten beabsichtigte. Während der langwierigen Mietverhandlungen kam die Stadt der Provinzial entgegen und bot ihr schließlich den Abschluss eines Erbpachtvertrages über 50 Jahre an. Der Vertrag war in der Öffentlichkeit umstritten, insbesondere nachdem bekannt wurde, dass der Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin einen Sitz im Verwaltungsrat des Provinzial-Konzerns innehatte und dafür Bezüge erhielt. Jedoch wurden nach dreieinhalb Jahren die Vertragsverhandlungen 2007 ergebnislos beendet, da sich keine Lösung für den Standort eines von der Provinzial gewünschten Gästehauses im Umfeld des Schlosses fand.
Das Schloss wurde schließlich im Januar 2008 an die Stadttochter IDR (Industrieterrains Reisholz AG) in Erbpacht abgegeben. Die IDR wird das Gebäude sanieren. Der Prinzensaal bleibt für Veranstaltungen der Stadt reserviert. Die anderen Räume des Hauptgebäudes soll man für Hochzeiten, Tauffeiern oder Partys mieten können. In den Wirtschaftsgebäuden sind Appartements für Geschäftsleute geplant, die nur kurzzeitig in Düsseldorf leben und arbeiten, aber dennoch standesgemäß wohnen wollen. Im Forsthaus des Schlosses soll ein Heimatmuseum für den Stadtteil Eller entstehen. Angedacht ist ein Café im Bootshaus.
Architektur
Das Herrenhaus wurde im Stil des Klassizismus als schlichter, langrechteckiger und zweigeschossiger Baukörper mit flachem Satteldach errichtet. Die symmetrische Hauptfassade mit ursprünglich neun Fensterachsen ist durch einen mit Dreiecksgiebel bekrönten, dreiachsigen Mittelrisalit gegliedert, an den sich zu beiden Seiten dreiachsige Seitenflügel anfügen. Dem westlichen Flügel ließ Krüger eine weitere Fensterachse anbauen, doch durch die umstehenden, mächtigen Bäume ist der symmetrische Eindruck nicht allzu sehr beeinträchtigt. In der Mittelachse ist hinter dem Bau von 1826 der mittelalterliche Bergfried der ehemaligen Wasserburg angeschlossen, hinter dem 1902 ein weiterer kurzer Flügel im Stil des Haupthauses angefügt wurde. Der Turm ist mit einer als Mansardkonstruktion erbauten Dachhaube mit Dachreiter bekrönt, die noch dem Barock entlehnt ist. Die mit gelb gestrichenem Putz versehene Anlage ist trotz der unterschiedlich alten Bauteile von einheitlicher Gesamtwirkung.
Die malerisch anmutenden zweigeschossigen Wirtschaftsgebäude des Schlosses samt Bootshaus entstanden erst 1902 in gotisierenden bzw. renaissanceähnlichen Formen und ersetzten ältere Gebäude. Die Obergeschosse sind als sichtbares Fachwerk konstruiert und mit einigen Türmchen bekrönt, die Putzfelder der Fassaden in Rosa gefasst.
Schloss und Wirtschaftshof befinden sich auf einer Insel, die durch den äußeren Wassergraben der früheren Burg gebildet wird. Das Haupthaus ruht unweit der Rück- und Ostseite auf Stützmauern und grenzt dort direkt an dem zum Weiher aufgeweiteten Graben.
Das Schloss wurde mitsamt Wirtschaftsgebäuden, Bootshaus und Forsthaus 1984 in die Denkmalliste der Stadt Düsseldorf eingetragen, der Schlosspark als Gartendenkmal und die vom Schlossgraben umgebene Anlage als Bodendenkmal ausgewiesen.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel
Schloss Eller aus der freien Enzyklopädie
Wikipedia und steht unter der
GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine
Liste der Autoren verfügbar.