Die Kathedrale steht rund 250 Meter vom Rhein entfernt an der nördlichen ehemaligen römischen Stadtgrenze in direkter Nachbarschaft von Hauptbahnhof, Museum Ludwig, Hohenzollernbrücke und ist auf dem Domhügel rund 17 m über dem Fluss von einer modernen Betonkonstruktion, der Domplatte, umgeben. Das Grundstück hat die Bezeichnung Domkloster 4.
Der Kölner Dom ist die weltweit drittgrößte Kathedrale im gotischen Baustil (nach der Kathedrale von Sevilla und dem Mailänder Dom). Viele Kunsthistoriker sehen in ihm eine einmalige Harmonisierung sämtlicher Bauelemente und des Schmuckwerks im Stil der mittelalterlich-gotischen Architektur verwirklicht. Der Kölner Dom wurde 1996 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die riesige Fläche der Westfassade mitsamt den beiden Türmen von über 7.100 Quadratmetern ist bis heute nirgendwo übertroffen worden.
Von 1880 bis 1884 war er das höchste Gebäude der Welt. Er ist zudem die populärste Sehenswürdigkeit Deutschlands: 2001 wurden fünf Millionen, 2004 sechs Millionen Besucher aus aller Welt gezählt. Im Jahr 2005 besuchte Papst Benedikt XVI. anlässlich des Weltjugendtages 2005 den Dom.
Hauptschiff
Das Hauptschiff des Kölner Domes ist mit 144,00 Metern das längste Kirchenschiff Deutschlands und eines der längsten der Welt. Mit einer Gewölbehöhe von 43,35 Metern hat der Kölner Dom nach der Kathedrale von Beauvais (48,50) das zweithöchste Gewölbe der Welt.
Fenster
Besonders beeindruckend sind die Fenster in Glasmal-Techniken, die im Kölner Dom verbaut wurden. Hervorzuheben sind an dieser Stelle die sogenannten „Bayernfenster“ im südlichen Seitenschiff. Für großes Aufsehen sorgte auch das neue Südquerhausfenster von Gerhard Richter, das am 25. August 2007 eingeweiht wurde und das farblose Fenster, das nach dem 2. Weltkrieg als Ersatz für das alte zerstörte Fenster herhalten musste, ersetzte. Es besteht aus 11.263 gleichgroßen pixelartigen Farbquadraten.
Ausstattung
Der Kölner Dom ist das zentrale Gotteshaus des Erzbistums Köln. Das spätmittelalterliche Chorgestühl ist mit 104 Sitzplätzen das größte Chorgestühl in Deutschland und weist als Besonderheit jeweils einen reservierten Platz für den Papst und den Kaiser auf. In dem kunstvoll vergoldeten bedeutendsten Schrein des Abendlandes, dem Dreikönigenschrein, ruhen Gebeine, die als Reliquien der Heiligen Drei Könige angesehen werden. Seit 1924 beherbergt der Kölner Dom mit der St. Petersglocke, die von den Kölnern liebevoll als „Decke Pitter“ bezeichnet wird, die größte freischwingende Glocke der Welt.
Domschatzkammer
Ein Einbruch in den Dom fand in der Nacht zum 2. November 1975 statt, wobei die drei Einbrecher mittels Strickleiter und Bergsteigerausrüstung durch einen Lüftungsschacht in die alte – für die damalige Zeit als optimal gesichert geltende – Domschatzkammer im nördlichen Querhauses eindrangen und wertvolle Monstranzen und Kreuze entwendeten. Die Täter konnten mit Hilfe der Kölner Unterwelt gefasst und zu höheren Freiheitsstrafen verurteilt werden. Einen Teil ihrer Beute, wie etwa die goldene Monstranz von 1657, hatten sie eingeschmolzen.
Seit dem 21. Oktober 2000 werden die Schätze des Kölner Doms in den ausgebauten historischen Kellergewölben des 13. Jahrhunderts an der Nordseite des Domes neu präsentiert.
Die Domschatzkammer Köln, deren umstrittener Eingangsbereich ein von dunklen Bronzeplatten umhüllter Kubus ist, beherbergt sechs Räume auf drei Etagen. Auf einer Ausstellungsfläche von etwa 500 Quadratmetern sind kostbare Reliquiare, liturgische Geräte und Gewänder sowie Insignien der Erzbischöfe und Domgeistlichen vom 4. bis zum 20. Jahrhundert, mittelalterliche Skulpturen und fränkische Grabfunde zu sehen.
Maternusportal
Das Gesamtprogramm der nördlichen Querhausfassade des Doms befasst sich inhaltlich-thematisch mit der Gründungsgeschichte der Kirche. Es beginnt mit der Übergabe des Hirtenamtes an Petrus. Im Maternusportal speziell wird die Entstehung der Kölner Kirchenprovinz dargestellt. Maternus gilt als erster Schüler Petri und ist als erster Bischof Kölns bekannt. Er übertrug das „apostolische Lehramt auf den Kölner Stuhl“. Die sich darum herum gruppierenden Heiligen fungieren dabei als Zeugen für dieses Ereignis.
Besondere Steinmetzarbeiten
Im Laufe der Jahre haben die diversen Kölner Domsteinmetze ihre Handschrift hinterlassen. So findet sich in vielen Kapitellen und auf den beiden Türmen ein wahres Sammelsurium deutscher und vor allem Kölner Originale. An der Fassade des Doms wurden folgende Personen verewigt: Paul von Hindenburg, John F. Kennedy, Nikita Chruschtschow, Charles de Gaulle, Harold Macmillan, sowie zahlreiche weitere bekannte Personen aus Sport, Politik und Köln.
Zahlen und Fakten
| Gesamtlänge außen |
144,58 m |
| Gesamtbreite außen |
86,25 m |
| Breite der Querhausfassade |
39,95 m |
| Breite des Langhauses innen |
45,19 m |
| Breite der Westfassade |
61,54 m |
| Höhe des Nordturmes |
157,38 m |
| Höhe des Südturmes |
157,31 m |
| Stufen bis zur Turmspitze |
509 (97,25 m = 152,5 m über N.N.) |
| Anzahl der Glocken |
11 |
| Größte Glocke |
Ø 3,22 m (24 t) |
| Höhe der Querhausfassaden |
69,95 m |
| Höhe des Dachreiters |
109,00 m |
| Höhe des Dachfirstes |
61,10 m |
| Innenhöhe der Mittelschiffe |
43,35 m |
| Innenhöhe der Seitenschiffe |
19,80 m |
| Überbaute Fläche geschätzt |
7.914 m² |
| Fensterfläche geschätzt |
10.000 m² |
| Dachfläche geschätzt |
12.000 m² |
| Umbauter Raum ohne Strebewerk |
407.000 m³ |
| große Fläche der Westfassade |
7.000 m² |
| verbaute Steinmasse geschätzt |
300.000 t |
| Sitzplätze |
ca. 1200 |
| Stehplätze |
ca. 2800 |
| Unterhaltskosten jährlich |
10 Millionen € |
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Kölner Dom aus der freien Enzyklopädie
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