| Bark Rickmer Rickmers |
| |
| Schiffsdaten |
| Name: |
SS Rickmer Rickmers |
| 1. Kiellegung: |
|
| Stapellauf (Schiffstaufe): |
|
| Fertigstellung: |
1896 |
| Bauwerft: |
Rickmers Werft Bremerhaven |
| Baunummer: |
92 |
| Besatzung: |
24 |
| Baukosten: |
? |
| Eigner: |
Stiftung des Vereins "Windjammer für Hamburg e.V. |
| Technische Daten |
| Länge über Alles: |
97,00 m |
| Breite: |
12,20 m |
| Tiefgang: |
6,00 m |
| Vollschiff-Takelung bis 1904: |
besaß 3.500 m² Segelfläche |
| BRT: |
1.980 |
| Leistung der Maschinenanlage: |
350 PS |
| Anzahl der Wellen: |
1 |
Die Rickmer Rickmers (zeitweilig: Max, Flores, Sagres und Santo Andre) ist ein 1896 in Bremerhaven gebauter Dreimaster, der als Frachtsegler zunächst unter deutscher Flagge und im Ersten Weltkrieg kurz unter englischer Flagge fuhr. Anschließend wurde das Schiff bis in die 1950er Jahre von der portugiesischen Marine als Segelschulschiff und anschließend als schwimmendes Lager genutzt.
1983 wurde das Schiff von einem deutschen Verein gekauft, nach Hamburg geschleppt und überholt. Seit 1987 liegt es als Museumsschiff im Hamburger Hafen.
Geschichte
Die Rickmer Rickmers lief 1896 in der Rickmers-Werft Bremerhaven als Vollschiff aus Stahl vom Stapel. Sie wurde nach dem Enkel des Firmengründers Rickmer Clasen Rickmers getauft. Die Jungfernfahrt unternahm sie unter Kapitän Hermann-Hinrich Ahlers und seiner 24-köpfigen Crew nach Hongkong, um dort Reis und Bambus zu laden.
In den folgenden Jahren fuhr sie als Frachtsegler für die Rickmers Reederei regelmäßig auf der Route Asien-Deutschland. Als sie 1904 im Indischen Ozean in einen Taifun geriet, verlor sie ihren Kreuzmast und musste Kapstadt als Nothafen anlaufen. Bei der Reparatur wurde sie zur Bark umgeriggt, d. h. die Takelung so geändert, dass der hintere Mast, der Besanmast, statt der Rahsegel nun Gaffelsegel führte.
Im Jahr 1912 wurde das Schiff an die Hamburger Reederei Carl Christian Krabbenhöft verkauft. Der neue Besitzer taufte es auf den Namen Max und schickte es auf den Salpeter-Transport von Chile, eine der letzten noch von großen Segelschiffen dominierten Routen. Auf dieser so genannten Salpeterfahrt fuhren z. B. auch die Pamir, die Passat und die Gretchen Hartrodt.
Während des Ersten Weltkrieges lief die Max auf ihrem Rückweg nach Hamburg die portugiesischen Azoren an und wurde dort von den Portugiesen widerrechtlich beschlagnahmt und den Engländer übergeben. Die letzten Frachtfahrten unternahm sie, gefüllt mit englischem Kriegsmaterial, unter dem Namen Flores, bis sie nach Ende des Krieges an Portugal übergeben wurde.
Die portugiesische Marine nutzte den Segler nun unter dem Namen Sagres als Schulschiff und baute ihn entsprechend um. Ein weiterer Umbau erfolgte 1930, als das Schiff einen Hilfsantrieb erhielt. Dieser bestand aus zwei Dieselmotoren der Firma Krupp mit je 350 PS. Letzter Höhepunkt des aktiven Dienstes war der Sieg der Großsegler-Regatta Tall Ships Races 1958, den es vor der norwegischen Christian Radich gewann. 1962 übernahm die ehemalige Albert Leo Schlageter unter dem Namen Sagres (oft als Sagres II bezeichnet) die Rolle des Ausbildungsschiffes, und so wurde die Rickmer Rickmers ausgemustert. Abgetakelt, umbenannt zur Santo Andre und als schwimmendes Lager an der Marinewerft festgemacht, verfiel sie allmählich.
1983 wurde das Schiff vom 1974 gegründeten Verein „Windjammer für Hamburg“ e.V. erworben und nach Hamburg geschleppt. Am 7. Mai, dem Hamburger Hafengeburtstag, erhielt die Hulk wieder ihren ursprünglichen Namen „Rickmer Rickmers“ und machte an den Hamburger Landungsbrücken fest. In den vier darauffolgenden Jahren wurde sie am Europakai HDW festgemacht, komplett überholt und zum Museumsschiff umgebaut. Dabei leisteten rund 50 ehrenamtliche Helfer unzählige unentgeltliche Arbeitsstunden, bis sie schließlich 1987 als Museumsschiff feierlich eröffnet werden konnte.
Im selben Jahr wurde sie in die private Stiftung Rickmer Rickmers überführt. Die Stiftung finanziert sich selbst und durch Spenden, erhält also keine Zuschüsse vom Stiftungsgeber Verein „Windjammer für Hamburg“, von städtischer oder staatlicher Seite. Die Stiftung ernennt einmal im Jahr einen Ehrenkapitän, der sich um Hamburg, maritime oder andere Belange verdient gemacht hat. 2008 wurde Uwe Seeler 16. Ehrenkapitän.
Das Museum
Das im Schiff eingerichtete Museum zeigt neben einer wechselnden Themenausstellung die Geschichte des Seglers und das Leben an Bord eines Windjammers. Darüber hinaus ist im Maschinenraum neben den Dieselmotoren auch eine Dampfmaschine zu sehen.
Die Rickmer Rickmers liegt am Fiete-Schmidt-Anleger in der Nähe der Cap San Diego und ist täglich zur Besichtigung freigegeben.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel
Rickmer Rickmers aus der freien Enzyklopädie
Wikipedia und steht unter der
GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine
Liste der Autoren verfügbar.